Code of Conduct

14.08.2013

Die Mitglieder der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing haben im Jahre 2008 einen Code of Conduct verabschiedet, mit dem sie sich selbst zur Einhaltung von Bearbeitungsstandards sowie zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Kreditnehmern verpflichten.

Aufgabe

Zwischen globalem Handel und nationaler Entwicklung

  • Die BKS ist ein neutraler Beobachter der Finanzwirtschaft, der die Interessen von Marktteilnehmern im Kredithandel in Deutschland vertritt.
  • Wir sind überzeugt, dass die Refinanzierung der Kreditinstitute wichtig für den Bestand des Finanzmarkts Deutschland ist.
  • Mit der Förderung einer professionellen Bearbeitung von NPL’s durch Servicer wird gleichermaßen für den Kreditgläubiger sowie für den Kreditnehmer ein Mehrwert erwirtschaftet.
  • Unser Beitrag zum Funktionieren und zur Entwicklung dieses wichtigen Marktes ist es, der Branche eine Stimme zu geben sowie Qualitätsstandards für das Agieren zu definieren und zu wahren.

Wir treten für eine weitestgehend freie Finanzwirtschaft ein, die sich über die gesetzlichen Rahmenbedingungen hinaus mittels Vereinigungen wie der BKS selbst reguliert.

Gesetze

Die Einhaltung von Recht und Gesetz ist Basis jeden Handels

  • Die Einhaltung der geltenden Gesetze bildet den Grundstein unserer Vorstellung von fairem wirtschaftlichem Handeln.
  • Jeder Marktteilnehmer soll seine Chancen auf dem deutschen Markt wahrnehmen können, wenn er die Gesetze und Werte dieses Landes achtet.
  • Die Rechte der Kreditnehmer und der Sicherheitengeber sind genauso unbedingt zu beachten wie die Rechte und Pflichten des Kreditgläubigers.
  • Die BKS wahrt jederzeit ihre Neutralität bei der Beobachtung des NPL-Marktes. Eventuelle gesetzliche Verstöße durch Mitglieder werden nicht akzeptiert.

Mitglieder

Als Gruppe sind wir stark

  • Die Mitglieder können darauf vertrauen, dass die BKS ihre Interessen im Meinungsbildungsprozess bei allen relevanten Institutionen vertritt.
  • Wir betrachten es als unsere Pflicht, die BKS-Mitglieder vor unseriösen Marktteilnehmern zu schützen, den guten Ruf unserer Branche zu wahren und weiter auszubauen.
  • Die Mitglieder der BKS verschreiben sich über die gesetzlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen hinaus den in der Bundesvereinigung definierten Qualitätsstandards für den Ablauf von NPL-Verkäufen und deren anschließende Bearbeitung.
  • Wir akzeptieren keine Verstöße von Mitgliedern gegen unsere geltenden Standards und Regeln.

Kreditnehmer und Sicherheitengeber

Wo Rechte sind, gibt es auch Pflichten

  • Nicht nur der Respekt vor dem Mitmenschen gebietet es den BKS-Mitgliedern, stets danach zu streben, eine einvernehmliche Lösung mit den Kreditnehmern und Sicherheitengeber zu finden: Wir sind überzeugt, dass ein kooperativer Weg der wirtschaftlich sinnvollste für alle Seiten ist.
  • Die Kreditnehmer und Sicherheitengeber können sicher sein, dass sie von dem beteiligten BKS-Mitglied bei der Suche nach Ablöse-/Umschuldungsmöglichkeiten für ihren Kredit/die gestellte Sicherheit unterstützt werden.
  • Ist die Sicherheitenverwertung, insbesondere die Veräußerung eines Sicherungsobjekts, der einzige Weg zur Kreditablösung, wird das beteiligte BKS-Mitglied selbstverständlich bei der bestmöglichen Vermarktung/-wertung zur Seite stehen.
  • Wir betrachten es aber als die Pflicht eines Kreditnehmers, Verantwortung für seine Situation und sein bisheriges Handeln zu übernehmen. Er soll für konstruktive Lösungsvorschläge zur Bereinigung seiner Schulden offen sein und an Vereinbarungen aktiv mitarbeiten. Die so getroffenen Vereinbarungen sollen zeitnah umgesetzt werden.

Bearbeitungsprozesse

Qualität ist messbar

  • Verständnis, Respekt und Offenheit füreinander erwarten wir von allen an NPL-Transaktionen beteiligten und davon betroffenen Personen – vom Kreditgläubiger, Kreditverkäufer, vom Käufer, vom Servicer und vom Kreditnehmer.
  • Sofern sich Kreditnehmer fachkundig vertreten lassen, wird der Kreditgläubiger,  der Kreditkäufer oder dessen Servicer zur Erarbeitung einer raschen, einvernehmlichen Lösung auch den Dialog mit dem Vertreter suchen.

Über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus definiert die BKS folgende Prozessstandards bei der Bearbeitung von Krediten:

  • Der Kreditkäufer oder dessen Servicer informiert den Kreditnehmer zeitnah schriftlich entsprechend den Bestimmungen des Risikobegrenzungsgesetzes über den Übergang der Forderung.
  • Der Kreditkäufer oder dessen Servicer stellt sich dem Kreditnehmer schriftlich vor und benennt Kontaktpersonen und Kontaktdaten. Falls in der Folge im Verhältnis zum Kreditnehmer/Sicherheitengeber ein neuer Gläubiger auftritt, teilt ihm dieses der Servicer kurzfristig mit.
  • Unmittelbar nach Einarbeitung in das konkrete Kreditengagement setzt sich der neue Gläubiger mit dem Kreditnehmer in Verbindung, um im persönlichen oder telefonischen Gespräch das weitere Vorgehen zu erörtern.
  • Der neue Gläubiger wird die einer Grundschuld zugrundeliegende Sicherungsabrede beachten und sich nicht darauf berufen, er habe  von der Sicherungsabrede nichts gewusst. Er kann die Grundschuld daher nicht „gutgläubig“ einredefrei erwerben.
  • Zwangsmaßnahmen erfolgen nur, wenn keine anderen erfolgversprechenden, zeitnahen Lösungsmöglichkeiten bestehen.
  • Eine Anpassung von Kreditkonditionen erfolgt gemäß den Bestimmungen des zugrundeliegenden Kreditvertrages und den geltenden Gesetzen.
  • Die Fristen des Kreditvertrages werden beachtet. Ein neues Konditionenangebot erfolgt mindestens drei Monate vor dem Ablauftermin der laufenden Konditionen.
  • Die Kreditkonditionen richten sich nach den aktuellen marktüblichen Refinanzierungszinsen für Kredite dieser Art und den allgemein anerkannten Grundsätzen der Risikobewertung (Sicherheitenwert, Bonität des Kreditnehmers, etc.).
  • Im Falle eines vertragsgemäß fällig werdenden Kredites teilt der Forderungskäufer dem Kreditnehmer drei Monate vor dem Fälligkeitstermin mit, ob statt der Rückzahlung eine Kreditprolongation angeboten wird.